Was ist Hypnose

Wir begegnen unseren Herausforderungen täglich. Unser Leben lenken wir aber nur mit 10 Prozent wirklich bewusst. Ein kleiner Wert, der uns aufzeigt, wie viel Potenzial eigentlich unausgeschöpft bleibt. Auch Sigmund Freud, der in seiner Psychoanalyse (Bsp.: Eisberg-Modell) aus dem Unbewussten das Bewusste wecken möchte, geht auf das spannende Thema ein. Wenn wir dem Beispiel des Eisbergs folgen, dann erkennen wir deutlich, dass wir nur die Spitze sehen und auch nur auf diese eingehen können. Doch bleibt der so wichtige Rest unerkannt, verschlossen und unter der Wasseroberfläche, obwohl er Einfluss auf die Eisspitze nimmt. Doch überlegen Sie, welche Möglichkeiten entstehen können, wenn auch der Rest des Eisbergs bewusst von Ihnen selbst gesteuert wird.

„Hypnose“ bezeichnet alle Techniken, mit denen ein Hypnotiseur einen Hypnotisanden vom Wach- in einen Trance-Zustand versetzen kann. Das gelingt durch Verminderung der Tätigkeit der für das rationale Denken zuständigen Gehirnareale, wodurch die emotional arbeitenden Areale besser erreicht werden können.

Trancen sind natürliche Zustände unseres Gehirns. Bei länger andauernden gleichförmigen Tätigkeiten wie Autofahren, Lesen oder Fernsehen gleiten wir in eine oberflächliche Trance. Die Hypnose vertieft diese natürlichen Zustände bewusst und nutzt sie für zielgerichtete Veränderungsprozesse im Unterbewusstsein.

Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Meditation oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson führen ebenfalls zu leichten Trancezuständen. Aus diesem Grund sind Menschen, die sich solcher Entspannungstechniken bedienen, leichter zu hypnotisieren, zumal sie eine bereits eingeübte Trancefähigkeit besitzen.

Wie fühlt sich Hypnose an

Was der Hypnotisand während einer Trance wahrnimmt, hängt von seiner Psychostruktur und der Tiefe der Trance ab.

In oberflächlicher Trance ist der Hypnotisand wach und klar und hat bewussten Zugang zu seinen Emotionen. Auch kann er sich danach an alles erinnern, was er während der Hypnosesitzung erlebt hat.

Je tiefer der Hypnotiseur den Hypnotisanden in die Trance führt, desto weiter entfernt nimmt Letzterer die Wirklichkeit wahr. Die Hypnose wird zunehmend zu einem schlafähnlichen Zustand, der zu individuell unterschiedlichen Erlebnissen führt.

Ab einer gewissen Trance-Tiefe verlieren die Hypnotisanden teilweise oder gänzlich Wahrnehmungen aller Art. Diese Amnesien sind für den Behandlungserfolg unerheblich, im Gegenteil: Je reduzierter das rationale Denken ist, desto direkter kann der Hypnotiseur das Unterbewusstsein ansprechen.

Was erlebt der Hypnotisand während und nach der Trance

Tranceerlebnisse sind individuell unterschiedlich. Hier eine Zusammenfassung der am häufigsten geschilderten Wahrnehmungen:

  • Entspannung
  • Intensive Wahrnehmung von Gefühlen
  • Farben
  • Innere Bilder
  • Innere Reisen
  • Veränderte Körperempfindungen. Manche Hypnotisanden berichten, dass sie sich schwerer oder leichter fühlen, andere, dass ihnen warm oder kalt wird, wieder andere, dass sie schweben oder sinken und einige, dass sich ihre Gliedmaßen plötzlich länger oder kürzer anfühlen u. Ä.
  • Unwillkürliches Muskelzucken oder andere körperliche Reaktionen auf die vom Hypnotiseur vermittelten Inhalte

Nach der Trance fühlt sich der Hypnotisand meist müde, aber auch entspannt. Ein typisches Phänomen ist, dass er die Dauer der Trance wesentlich kürzer einschätzt, als sie in Wirklichkeit war.

Wie ausgeliefert ist der Hypnotisand dem Hypnotiseur

Die Angst vor einem Kontrollverlust während der Hypnose ist wohl so alt, wie die Hypnose selbst. Dazu ist zu sagen, dass in den meisten Fällen der Hypnotisand voll handlungsfähig bleibt. Er bekommt alles mit, ist ansprechbar, kann selbst sprechen und die Hypnose bei Bedarf jederzeit beenden, einfach indem er die Augen öffnet.

Auch haben Filmszenen, in denen Menschen per Hypnose zu kriminellem Handeln verleitet werden, nichts mit der Wirklichkeit zu tun. In so einem Fall beschützt nämlich das Unterbewusstsein den Hypnotisanden, indem es die schädliche Suggestion ablehnt. Mit anderen Worten: Kein Hypnotiseur kann einen Hypnotisanden zu Handlungen verleiten, die dieser nicht auch im Wachzustand setzen würde.

Ebenso ist die Angst, im Hypnosezustand gefangen zu bleiben, völlig unbegründet. Die Selbstschutzmechanismen, die jeder hat, bleiben aktiv, egal wie tief die Trance auch sein mag. Alles, was einen Menschen aus dem Schlaf weckt, weckt ihn auch aus einer Trance.